15.05.2025
Microsoft hat mit einem neuen Werbespot auf YouTube erneut das Duell mit Apple eröffnet. Unter dem provokanten Slogan „We’re faster than a Mac“ positioniert Redmond seine neuen Copilot+ PCs als Performance-Champions gegenüber Apples MacBook Air mit M3- und sogar M4-Chip. Die Botschaft: Die Zukunft gehört Windows – insbesondere, wenn es um KI-gestützte Hardware geht. Doch wie belastbar sind diese Aussagen wirklich?
Im Zentrum der Kampagne steht der Cinebench 2024 Multi-Core-Test, ein synthetischer Benchmark, der primär CPU-Rohleistung misst. Microsoft verweist darin auf Leistungszuwächse von „bis zu 58 %“ gegenüber dem MacBook Air mit M3, basierend auf internen Tests aus dem Mai 2024.
Kritisch: Die beworbene Vergleichsbasis ist ein Gerät, das zum Veröffentlichungszeitpunkt des Spots nicht mehr aktuell war. Auch wenn Microsoft im Kleingedruckten erwähnt, dass einige der getesteten Geräte auch schneller als das MacBook Air mit M4 seien, bleibt die Aussage selektiv – und aus Marketingsicht natürlich bewusst pointiert.
Die in der Werbung genutzten Geräte stammen aus dem oberen Leistungssegment:
Lenovo Yoga Slim 7x mit Snapdragon X Elite (Qualcomm)
Microsoft Surface Laptop (2025) mit Snapdragon X Elite
HP OmniBook Ultra 14 mit AMD Ryzen AI 9 HX 375
Alle genannten Chips gehören zur neuen „AI PC“-Kategorie mit NPU-Einheiten (Neural Processing Units), die speziell für lokale KI-Berechnungen optimiert wurden. Insbesondere Qualcomms X-Elite-Plattform verspricht hier beachtliche Leistungsdaten – allerdings vorwiegend unter Windows und spezifischer Last.
Apple hingegen kontert traditionell nicht mit reinen Taktfrequenzen, sondern mit dem Argument der Energieeffizienz. Die M4-Chips der aktuellen MacBook-Air-Generation bieten laut Apple das beste Verhältnis aus Leistung und Energieverbrauch im Markt – mit passiv gekühltem Design, ultraflachem Gehäuse und enormer Akkulaufzeit.
Im Gegensatz zu den Copilot+ PCs setzen Macs weiterhin auf das bewährte macOS-Ökosystem mit Fokus auf Integration, Datenschutz und Entwicklerfreundlichkeit – ein Aspekt, der für viele Nutzer schwerer wiegt als bloße Benchmark-Punkte.
Die Realität ist komplexer, als es Werbeslogans suggerieren:
Ja, Windows-Copilot+ PCs mit den neuesten Qualcomm- und AMD-Chips haben in bestimmten CPU-lastigen Szenarien die Nase vorn.
Aber: Apple setzt auf ein ganzheitliches Nutzererlebnis, das nicht auf rohe Leistung, sondern auf Effizienz, Integration und User Experience abzielt – und das in einem Ökosystem, das für viele Professionals schlicht besser funktioniert.
Für Entscheider gilt: Benchmarks sind nützlich, aber sie ersetzen kein produktives Gesamtkonzept. Wer produktiv arbeitet, lokal mit KI experimentiert oder maximale Akkulaufzeit braucht, wird den Kontext höher gewichten als ein 58%-Schild im YouTube-Clip.
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12.01.2026
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