Sprachlos – Bilderkennungssoftware auf dem Vormarsch

bilderkennung

Textauswertung bei sozialen Netzwerken war gestern – heute werden Fotos gezielt nach Markenlogos gescannt. Tumblr kooperiert bereits mit der Firma Ditto Labs, wie sie selbst vor kurzem auf ihrer Webseite bekannt gegeben haben. Eine sehr bedenkliche Entwicklung, die wohl nur das Herz von Marketern höher schlagen lässt. 

Die neue Suche nach Profit

Tumblr bietet seinen Nutzern die Möglichkeit einen eigenen Blog mit Bildern, Zitaten und Video- sowie Audiodateien zu veröffentlichen. Im Mai letzten Jahres ist der Dienst von Yahoo für eine Summe von 1,1 Mrd. Dollar aufgekauft worden. Nun wird nach neuen Wegen gesucht, mehr Profit mit der Seite zu erzielen. Durchschnittlich hält sich der User ca. 16 Minuten auf der Seite auf, länger als in jedem anderen sozialen Netzwerk. Es wird zwar Werbung geschaltet, mit dem bisherigen Umsatz ist man allerdings nicht zufrieden. Und genau da kommt der Deal mit Ditto Labs ins Spiel.

Der Deal

Tumblr umfasst momentan etwa 200 Mio. Blogs, wo täglich mehr als 130 Mio. Beirträge veröffentlicht werden. Durch die neue Kooperation werden zukünftig alle Nutzerfotos nach Markenlogos gescannt. Ditto Labs wirbt damit, dass es im Gegensatz zur Konkurrenz in der Lage ist, Fotos und nicht nur Text auszuwerten.

Pro Foto kann das Unternehmen bis zu 2500 Details erkennen und verwerten. Selbst minimalste Elemente im Hintergrund eines Fotos, beispielsweise die Logos auf einem T-Shirt eines Dritten, werden von dem Unternehmen analysiert. Durch die Kooperation mit Twitter und Instagram konnte Ditto Labs bereits einen Fotostream eröffnen.

Wo ist nun das Problem?

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Wer nennt schon alle Marken welche auf einem Foto zu sehen sind? Der morgendliche Kaffee wird mit „Erstmal n‘ Kaffee!‘ anstatt „Morgens trinke erstmal einen Starbucks-Kaffee“ beschrieben.

ine maschinelle Verbindung zwischen Marke und Emotion ist dabei eher schwierig herzustellen. Das datenschutzrechtliche Problem im vorliegenden Fall liegt aber auf der Hand:

Ditto Labs erkennt nicht nur die Markennamen, sondern scannt auch noch den Gesichtsausdruck, um die Emotionen mit der Marke in Verbindung bringen zu können. Eine Identifizierung der Nutzer soll dabei angeblich nicht erfolgen. Die Erstellung eines Nutzerprofils nach seinen eigenen Affinitäten und Vorlieben ist kinderleicht. Ditto Labs hat bereits herausgefunden, dass Metallica-Fans eher zu Bier und Whiskey-Konsum neigen, Fans von Beyoncé hingegen eher Alkopops bevorzugen.

Kurios: bisher hat Tumblr die Nutzer nicht über den Deal mit Ditto Labs informiert. Bisher ist auch noch nicht sicher, ob dieser Schritt noch folgen wird.

Wusstest Du schon…?

Nach Angaben der Verantwortlichen von Tumblr dienen die Resultate nicht zu Marketingzwecken. Dem Nutzer soll also keine personalisierte Werbung angezeigt werden, dem Unternehmen soll nur Aufschluss über das Image des Users der Plattform gegeben werden.

Neu ist dieses Prinzip allerdings nicht. Andere soziale Netzwerke – an erster Stelle natürlich Facebook und Google – haben ähnliche Bildauswertungsfirmen (Vicarious und DeepMind) angeheuert. Durch die sozialen Daten des Users, wird dem Unternehmen beachtlich hoher Gewinn einhergehen.


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